Ein Spiel, das eigentlich nicht 0:0 enden konnte (durfte)

15:2 Ecken, 10:4 Chancen und auch eine zehnminütige Überzahl nach einer Zeitstrafe reichten der Arminia am Freitagabend vor 236 Zuschauern am Hohen Weg nicht, um das erste Heimspiel der Saison gegen Aufsteiger VfR Grünstadt zu gewinnen, auch wenn die Mannschaft nicht enttäuschte. Nur der Ball wollte an diesem Abend einfach nicht ins Tor.
Bestes Fußballwetter, Derby und ein 3:3 beim FV Dudenhofen im Gepäck – es war alles angerichtet für die Heimpremiere in der Verbandsliga Südwest. Dazu einen starken Aufsteiger als Gegner, die Zuschauer waren gespannt und neugierig auf die „neue“ Arminia. Und sie wurden anfangs auch nicht enttäuscht. Die Mannschaft von Trainer Patrick Wolf war überlegen, hatte mehr Ballbesitz, M + M (Moos und Moog) kurbelten das Spiel über rechts immer wieder an und die ersten Möglichkeiten ließen auch nicht lange auf sich warten. Richtig turbulent im Strafraum des VfR wurde es in der 15. Minute als erst Marc Ehmann 3x zum Abschluss, der Ball aber nicht durchkam und anschließend Bastian Hommrich an Torhüter Schäfer scheiterte, der mit einer starken Parade rettete. Das hätte die Führung sein müssen. Und als 10 Minuten später Luis Moog eine gute Flanke in den Strafraum spielte, hatte erneut Hommrich die, jetzt mehr als verdiente, Führung auf dem Fuß, dieses Mal stand allerdings der Pfosten im Weg.
Die Arminia stand gut gestaffelt und es war eine klare Spielidee erkennbar. Spielertrainer Nico Müller, mittlerweile 37 Jahre alt, und seine Mannschaft mussten viel Laufarbeit verrichten. Grünstadt wehrte sich mit allem, was sie auf den Platz bringen konnte, schaffte es nach einer guten halben Stunde etwas Druck vom Kessel zu nehmen und im bis dahin guten Spiel der Arminia war ein kleiner Bruch zu erkennen. Bezeichnend, dass der VfR in der 40. Minute zur ersten Torchance durch Ilic kam und das hätte durchaus die Führung sein können, hätte den Spielverlauf aber komplett auf den Kopf gestellt. 10:1 Ecken bereits zur Pause waren ein eindeutiges Indiz für die Überlegenheit der Arminia, die Anzeigetafel zeigte nach 45 Minuten aber ein 0:0.

Die erste Duftmarke in der zweiten Halbzeit setzte in der 46. Minute der VfR, danach nahm aber wieder die Arminia das Heft in der Hand und kam bis zur 60. Minute zu drei weiteren guten Möglichkeiten. Es blieb weiter bei der optischen Überlegenheit, aber je länger das Spiel dauerte, umso mehr fehlte die Durchschlagskraft und die klaren Tormöglichkeiten wurden weniger. Beide Trainer wechselten das Personal und dann stand ein Einwechselspieler der Gäste im Mittelpunkt. Der kurz zuvor eingewechselte Dejan Vasic zog in der 76. Minute erst sehenswert aus der 2. Reihe und hätte zwei Minuten später gerne einen Elfmeterpfiff gehört, den er wohl zu vehement einforderte, mit der Konsequenz von Schiedsrichter Simon Wölflinger zum Abkühlen für 10 Minuten vom Feld geschickt wurde. Konnte die Arminia in Überzahl jetzt endlich das verdiente Tor erzielen? Leider nicht. Der VfR schaffte es immer wieder für Entlastung zu sorgen und auf der Tribüne schwand so langsam die Hoffnung auf den Heimsieg, auch wenn es noch zwei Aufreger geben sollte. In der 89. Minute wurden Berisha und Hommrich direkt nacheinander im Strafraum gefoult, aber auch hier blieb der Elfmeterpfiff aus. Und in der Nachspielzeit hatte Nelson Maduka aus kurzer Distanz die große Möglichkeit zum Last Minute-Treffer, scheiterte aber aus fünf Metern und so blieb es beim 0:0.
Mit dem Ergebnis wird man nur bei den Gästen zufrieden sein, bei der Arminia natürlich nicht. Aber abgesehen davon, dass die Jungs das Tor nicht getroffen haben, kann man der Mannschaft, bis auf eine Phase in jeder Halbzeit, nicht viel vorwerfen, denn Einsatz, Laufbereitschaft und Willen stimmten, wie schon in Dudenhofen, erneut. Darauf kann und muss aufgebaut werden, dann werden sich die Ergebnisse und auch der erste Heimsieg einstellen.
Und warum nicht schon am Mittwoch (19.30 Uhr), erneut am Hohen Weg, wenn der Ligarivale FC Bienwald Kandel, der mit zwei Siegen in die Saison gestartet ist, Gegner im Bitburger Verbandspokal ist.
Stimmen zum Spiel:
Bastian Hommrich:
Direkt nach dem Spiel ist es jetzt schwer etwas zu sagen. Die Enttäuschung ist groß, weil wir uns alle viel vorgenommen haben. Ich selbst muss in der ersten Halbzeit mindestens ein Tor machen, ich gehe in der 20. Minute alleine auf das Tor zu, der Torwart hält den gut und treffe kurze Zeit später nur den Pfosten. Es hat sich durch das ganze Spiel gezogen, dass wir unsere Chancen hatten, aber das Tor nicht machen. In der zweiten Halbzeit sind wir zwar weiter über außen gekommen, hatten aber keine Druckphase mehr, wie noch in den ersten 45 Minuten. Es ist ärgerlich, weil wir gerade in der ersten Halbzeit den Gegner gut im Griff hatten.
Patrick Wolf:
Natürlich müssen wir das Spiel gewinnen, oder sagen wir es Mal so, nach 30 Minuten müssen wir eigentlich 2:0 führen. Viele Chancen hatte Grünstadt über 90 Minuten nicht, auch wenn Du am Ende bei Standards vielleicht Mal kurz zittern musst. Unsere Chancenverwertung war schlecht, auch wenn ich den Jungs sonst nicht viel vorwerfe, denn jeder Spieler wollte, das hat man deutlich gesehen.
Viel Zeit haben wir nicht, denn schon am Mittwoch geht es im Pokal weiter und mit Kandel kommt ein Gegner, der in unserer Liga schon ein klares Pfund ist.
Nico Müller:
Es war das Spiel Oberligaabsteiger gegen Landesligaaufsteiger und jeder hat gesehen, dass die Arminia eine Truppe hat, die im Spiel dominant aufgetreten ist, vor allen Dingen in der ersten Halbzeit, in die wir schwer reingekommen und hinterhergelaufen sind, weil der Gegner auch eine gute Spielanlage hatte. In der zweiten Halbzeit haben wir uns auf die Arminia besser eingestellt, konnten Nadelstiche setzen und das hätte zum Schluss ja auch fast noch geklappt. Ich bin mit dem, was wir gezeigt haben, zufrieden, denn aus meiner Sicht haben wir gegen einen Aufstiegskandidaten gespielt, denn ich glaube, die Arminia wird auf jeden Fall oben mitspielen. Wir müssen und finden, in der Liga zurechtfinden und das war jetzt eine gute Basis, auf der wir aufbauen können.


Pokalduell gegen Ligarivalen

In der Verbandsliga Südwest gibt es das Duell zwischen der Arminia und dem FC Bienwald Kandel erst am 10. Oktober 2026. Die Auslosung im Bitburger Verbandspokal hat ergeben, dass es schon in der 3. Runde am Mittwoch, 12. August 2026 (19.30 Uhr) zum Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften kommt.
Unterschiedlicher könnte die Gemütslage der beiden Mannschaften vor dem Spiel nicht sein.
Unsere Gäste:
Der FC Bienwald Kandel kommt mit breiter Brust zum Pokalduell an den Hohen Weg, denn die Mannschaft hätte nicht besser in die Saison starten können. 6 Punkte und 6:2 Tore aus zwei Spielen bedeuten aktuell die Tabellenführung in der Verbandsliga Südwest. Dem 3:1-Auswärtserfolg bei Basara Mainz am 1. Spieltag, ließ Kandel einen 3:1-Heimsieg gegen TuS Hohenecken folgen. Aufhorchen ließ in diesen Spielen Maximilian Krämer. Letzte Saison noch im Arminia-Trikot und jetzt in Diensten des FC Bienwald Kandel, haute er am ersten Spieltag in Mainz direkt einen Doppelpack raus und traf auch gegen Hohenecken. Mit Kandel kommt am Mittwoch eine eingespielte Mannschaft, die mit den beiden Siegen im Rücken bestimmt mit breiter Brust auftreten wird und auch im Pokal weit kommen möchte.
Das möchte aber auch die Arminia!!!

Unser FCA:
3:3 beim FV Dudenhofen und ein torloses 0:0 bei der Heimpremiere gegen den VfR Grünstadt. Im „großen“ Fußball würden Sportdirektoren jetzt sagen: „Wir haben aktuell eine Ergebniskrise.“ Mehr ist es auch bei der Arminia nicht. Ein 3:3 beim ewigen Rivalen in Dudenhofen hätte vor dem Spiel wohl jeder unterschrieben und auch gegen den VfR Grünstadt enttäuschte die Mannschaft von Trainer Patrick Wolf über weite Strecken nicht. Es gab viele positive Dinge zu sehen. Das einzige Manko war, dass der Ball, trotz zahlreicher und bester Möglichkeiten, nicht im Tor untergebracht wurde.
Darum überwog nach dem Spiel bei Spielern und Trainerteam auch die Enttäuschung. Viel Zeit zum Nachdenken und Hadern blieb aber glücklicherweise nicht.
Am Mittwoch wartet ein anderer Wettbewerb und wir hoffen auf ein spannendes Spiel, in dem der Knoten vor dem Tor auch am Hohen Weg endlich platzt. Egal ob in 90 oder 120 Minuten, oder sogar erst im Elfmeterschießen.